Kautschuk

Kautschuk erzählt Geschichten

Die Völker Amazoniens nutzen Naturkautschuk in vielfältiger Weise. Am bekanntesten ist das Beispiel der Azteken und Mayas mit einem Vollgummi-Ball. Auch seine wasserabweisende Eigenschaft war bekannt, so dass Stoff damit beschichtet wurde, die Mayas sollen ihre Füsse so mit einem begrenzt haltbaren Gummiüberzug versehen haben. Die ältesten bekannten Gegenstände aus Kautschuk stammen aus der Zeit von 1600 v.Chr. 1761 wurde ein Lösungsmittel für festen Kautschuk gefunden, um 1770 entstand der Radiergummi, 1791 ein erstes patentiertes Verfahren von Samuel Peal, in Terpentin gelösten Kautschuk auf Gewebe aufzutragen, 1824 der erste Regenmantel oder Macintish und die Wellington boots. Trotz dieser und weiterer Erfolge was das Material nach wie vor nur schwer zu gebrauchen da es bei grosser Hitze anfing zu kleben un bei Kälte spröde wurde.

Charles Goodyear beobachtete im Jahr 1839, dass mit Schwefel vermischter Kautschuk sich unter Einwirkung von Wärme verändert und so eine lederartige, geschmeidige Beschaffenheit erhält. Damit war das Verfahren der Vulkanisation erfunden, was in der Amazonasregion in den Jahren von 1839 bis 1910 zu einem Kautschukboom führte. Nachdem Kautschuk in Form von Gummi zu einem wichtigen Werkstoff wurde, gab es Versuche, Kautschukbäume in Plantagen zu züchten. Nur ausserhalb Südamerikas gelang deren Aufbau, so den Engländern in ihren Kolonien in Asien. Bereits 1876 hatte der Engländer Henry Wickham rund 70`000 Kautschuksamen aus Brasilien ins britische Ceylon (heute Sri Lanka) geschmuggelt, aber erst zu Anfang des 2. Jahrhunderts kamen grössere Menge aus Asien auf den Markt.